ZINKSTAHL Logo
Logo ZINKSTAHL
 

Fachinformationen - Konstruktionshilfen

Anhängemöglichkeit

Alle Werkstücke werden an Traversen aufgehängt und durchlaufen so die Verzinkungsanlage. Bei Kleinteilen reicht meist ein Loch, größere Teile brauchen zwei Löcher zum Aufhängen. Die nötigen Löcher können meist so angeordnet werden, dass sie an der Sichtseite nicht stören.

Ein- und Ablauföffnungen sowie Entlüftungsöffnungen bei Hohlprofilen

Bei Hohlprofilen ist zu beachten, dass Öffnungen in ausreichender Zahl und Größe angeordnet werden, um

  • das Ein- und Auslaufen der Prozessflüssigkeiten (und somit die Verzinkung auch der Innenflächen) zu ermöglichen und
  • die sich erwärmende Luft austreten zu lassen.

Bei fehlenden Öffnungen baut die sich erwärmende Luft einen sehr hohen Innendruck auf, der bis zum Explodieren des Hohlkörpers führen kann!

Nach DIN EN ISO 14713 werden für kleine und mittlere Hohlprofile folgende Empfehlungen bezüglich der Größe und Anzahl von Öffnungen gegeben:

HINWEISE: Die normativen Empfehlungen beziehen sich nicht auf eine Länge. Wir empfehlen deshalb, die obigen Angaben bei horizontalen Elementen als Wert/m zu betrachten.

Für größere Querschnitte sollten die Öffnungen etwa 25% des Durchmessers des Hohlprofils aufweisen.

Ablauföffnungen bei schöpfenden Teilen und Luftsäcken

Schöpfende Teile bzw. Luftsäcke entstehen zum Beispiel wenn sich die nötigen Löcher nicht an der richtigen Stelle befinden.

Durchlauföffnungen

Ausklinkungen stellen eine konstruktive Möglichkeit dar, Aussparungen, Be -und Entlüftungslöcher bzw. Zinkeinlauf- und Zinkauslauföffnungen herzustellen.

Positionierung von Zulauf- und Durchlauföffnungen

Für die Anordnung von Zulauf- und Durchlauföffnungen sind nachfolgend einige Empfehlungen zusammengestellt:

Sperrige Teile

Sperrige Teile können zu Transport- und Verzinkungsproblemen führen, ebene Bauteile lassen sich qualitativ besser und wirtschaftlicher verzinken.

Eigenspannungen und Verzug

Zur Verringerung / Vermeidung von Eigenspannungen und ungewolltem Verzug aus dem Verzinkungsprozess sollte bei der Konstruktion und Fertigung folgende Empfehlungen beachtet werden:

  • Minimierung der fertigungsbedingten Eigenspannungen (z. B. durch geeignete Schweißfolge),
  • Vermeiden von Steifigkeitssprüngen / konstruktiven Kerben (möglichst kleine Dickenunterschiede),
  • möglichst symmetrische Querschnitte wählen.

Nacharbeit

Es kommt in der Praxis immer wieder vor, dass kleine Fehlstellen im Zinküberzug auftreten oder dass es während der Montage zu kleinen Abplatzungen kommt. Solche Stellen sind bis zu einer Größe von 10cm² (nach DIN EN ISO 1461) ohne weiteres zu reparieren, wobei auf folgende Punkte zu achten ist:

  • es sollten keine Zinksprays verwendet werden, da diese auf einem hohen Aluminium-Anteil basieren, der zwar eine gute Optik, aber nur einen sehr eingeschränkten Korrosionsschutz bietet
  • stattdessen sollte Zinkstaubfarbe mit mindestens 90% Zink-Anteil verwendet werden
  • Vor der Beschichtung ist die Fehlstelle ausreichend zu reinigen und zu trocknen
  • Nach DIN EN ISO 1461 muss die Beschichtungsdicke an der Ausbesserungsstelle mindestens 30m über der geforderten örtlichen Dicke des Zinküberzugs liegen
  • Ein ebenfalls adäquates Reparaturverfahren ist das thermische Spritzen, welches in DIN EN ISO 2063 geregelt ist.

Schweißen / Löten

Die Bearbeitung feuerverzinkter Bauteile stellt normalerweise kein Problem dar. Sie sollten bedenken ob eine Bearbeitung nach dem Feuerverzinken überhaupt notwendig ist. Die meisten Bearbeitungen von verzinkten Oberflächen führen zu einer Verschlechterung oder sogar Zerstörung des Korrosionsschutzes.

Beim Schweißen verbrennt das Zink auf der Oberfläche. (Hinweis: Zink verbrennt mit grüner Flamme bei über 907°C. Beim Schweißen verzinkter Teile ist Vorsicht geboten, Dämpfe nicht einatmen. Bitte immer für ausreichende Lüftung sorgen.)

Beim scharfkantigen Biegen kann die Zinkschicht abplatzen, beim Bohren entstehen zumindest kleine Fehlstellen als blanke Schnittkanten. Sind die Beschädigungen unumgänglich, sollten sie zumindest mit einer guten, hoch zinkhaltigen Zinkstaubfarbe nachgebessert werden.

Das Feuerverzinken von Hartlötungen ist problemlos möglich. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass Flussmittelreste, entstandene Oxydschichten usw. nach dem Lötvorgang entfernt werden.

Weichlöten ist für Teile, die feuerverzinkt werden sollen, nicht zu empfehlen. Im Zinkkessel, bei 450°C, fallen weich gelötete Bauteile auseinander.

» nach oben